Japanische Querrollen in den Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin

Projekthintergrund

Dieses Themenportal ist das Ergebnis der Bemühungen der Ostasienabteilung in Zusammenarbeit mit Kolleg:innen der Abteilung Informations- und Datenmanagement und der Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung der Staatsbibliothek zu Berlin (SBB), großformatige Werke – einige der hier präsentierten Objekte erreichen entrollt fast 20 Meter – der Öffentlichkeit dauerhaft in einer Weise zugänglich zu machen, die dem materiellen Charakter der Quer- oder Handrollen eher entspricht. Bisher konnten sie mit den technischen Möglichkeiten der Digitalisierten Sammlungen der Bibliothek nur in Form einzelner Segment-Aufnahmen gezeigt werden.

Im Rahmen des von der DFG geförderten Projekts „SSG 6.25 Digital“ wurden zwischen 2009 und 2014 über 4000 Titel westlichsprachiger Bestände mit Ost-, Südost- und Zentralasienbezug bis zum Publikationsjahr 1912 und über 2000 originalsprachliche Materialien aus fünf Sammlungsteilen digitalisiert: die tibetischen Texte der Sammlung Waddell, die manjurische Sammlung, die alte Japan-Sammlung inklusive der japanischen Querrollen, die alte China-Sammlung und die Sammlung Haenisch. Sie alle können in der Präsentationsoberfläche der Digitalisierten Sammlungen der SBB eingesehen und durchsucht werden.

Bereits zum damaligen Zeitpunkt wurde auch über eine mit dem Rollenformat korrespondierende digitale Präsentation nachgedacht, einzelne Projekte in Japan und den USA hatten hier bereits Lösungen gefunden. Aufgrund technischer und anderer Herausforderungen konnte dies seinerzeit aber leider nicht weiterverfolgt werden.

Mit den Entwicklungen der letzten Jahre im Bereich der IIIF-Technologie (International Image Interoperability Framework, IIIF, gesprochen „Triple-Ei-F“) – in unserem Fall sind vor allem die Entwicklungen im Bereich der Viewer-Technologie bedeutsam – standen jetzt technische Möglichkeiten zur Verfügung, die es mit verhältnismäßig wenig Aufwand, d.h. in der Regel ohne Neu-Digitalisierung, erlauben, Querrollen in ihrer originalen Breite darzustellen.

Angeregt von zwei Beiträgen zur Verbindung von Einzelbildern zu einer Rolle und der Anzeige mithilfe von IIIF-Technologie im Mirador-Viewer im Blog von Dr. Nagasaki Kiyonori (digitalnagasakiのブログ), Senior Fellow am International Institute for Digital Humanities in Tokyo, haben wir uns vorgenommen, bis Ende 2022 eine Präsentationslösung für diese Objekte unserer Sammlung zu entwickeln. Das Ergebnis kann hier in Form dieses Themenportals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der hierfür modifizierte IIIF-Scroll-Viewer basiert auf der Open-Source-Software OpenSeadragon und einer von Kanzaki Masahide entwickelten Javascript Library und ist zudem in das CrossAsia LAB eingebunden.

Vorteil des gewählten Präsentationsverfahrens mit IIIF ist, vereinfacht gesagt, dass die Rollen im Vorfeld nicht mit Hilfe einer Bearbeitungssoftware aus Einzelbildern zu einem einzigen großen Bild  „zusammengeklebt“ werden, um dann bei Aufruf durch eine/n Nutzer:in über einen Viewer als sehr große Datei geladen und dargestellt zu werden. Stattdessen werden die schon vorhandenen Einzelbilder aus den Digitalisierten Sammlungen der SBB gleichzeitig abgerufen und durch den Viewer auf einer virtuellen Unterlage – dem IIIF-Canvas – Pixel-genau platziert und so zu einer Rolle zusammengesetzt. Die Informationen, an welchen Koordinatenpunkten der virtuellen Fläche die Einzelbilder wie positioniert werden sollen, sind im zuvor erstellten IIIF-Manifest, einer menschenlesbaren JSON-Datei, festgehalten.

In einer ersten Stufe (Stand: Dezember 2022) können nun 25 Titel mit insgesamt 35 Rollen hier neu präsentiert werden. Bis zum Sommer 2023 sollen weitere 18 Rollen folgen. Zudem ist eine Dokumentation zu den Erfahrungen, die wir im Projekt bei der zum Teil doch erforderlichen (Neu-)Digitalisierung und Bildbearbeitung von Querrollen und der Viewer-Implementierung gemacht haben, geplant.

Sammlungsteile: eine kurze Chronologie

Die ersten japanischen Querrollen in der Sammlung der SBB gehen auf die Preußische Expedition nach Ostasien 1860/61 zurück. Teilnehmer der Expedition erwarben vor Ort im offiziellen Auftrag der Königlichen Bibliothek Bücher und andere Materialien. Zusammen mit privat erworbenen Stücken oder Geschenken von japanischer Seite, die sie später auch an die Bibliothek weitergaben oder verkauften, bilden diese frühen Zugänge (s.u. die einzelne Abschnitte der Webseite) den eigentlichen Beginn der Japan-Sammlung in der Bibliothek. Unter den Rollen finden sich viele aufwendig gearbeitete, wertvolle Stücke, meist Erzählungen mit farbigen Illustrationen, deren Textpassagen häufig mit Untermalereien in Gold- bzw. Silbertusche verziert sind. Mehr Informationen zu der Expedition und dem damit verbundenen eigentlichen Beginn der Japan-Sammlung finden Sie in den hier verlinkten Themenportalen auf CrossAsia.

Weitere Rollen kamen erst 1980 durch die großzügige Stiftung eines japanischen Spenders von 13 japanischen Drucken aus dem 8. bis frühen 17. Jahrhundert in die Bibliothek. Es handelt sich um Schriftdrucke buddhistischen Inhalts, die in Tempelwerkstätten hergestellt wurden. Sie sind Beispiele für die frühe Druckkultur in Japan und Ostasien.

Nur wenige Jahre später, 1983, gelangte eine größere Zahl von Querrollen mit Teilen der Sammlung des Malers und Japanologen Fritz Rumpf (1888-1949) in die Bibliothek. Die Rollen stammen hauptsächlich aus der zweiten Hälfte der Edo-Zeit (1600-1868) und zeigen eine Fülle von Themen und Herstellungstechniken von relativ einfach gehaltenen Werkstatt- bzw. Arbeitskopien berühmter Werke bis zu handkolorierten Drucken.

In den Jahren ab 2010 hatte die Bibliothek vereinzelt die Möglichkeit weitere interessante Rollen zu erwerben und so die Sammlung auszubauen. Auch sie werden hier nach und nach – ebenso wie zukünftige Erwerbungen – parallel zu den Digitalisierten Sammlungen SBB als „großformatige Objekte“ präsentiert.

Hinweise zur Nutzung und zum Portalaufbau

Eine Gruppierung der Querrollen nach inhaltlichen Gesichtspunkten, ggf. auch den verwendeten Materialien oder Ausführungstechniken erscheint für unsere „Sammlung“ nicht sinnvoll. Wir haben uns daher für eine nach dem zeitlichen Zugang der Werke in die Sammlungen der Bibliothek gegliederte Liste entschieden. Sie werden in der Reihenfolge ihrer Zugangsnummer in den Akzessionsjournalen (soweit verifizierbar) und nicht z.B. nach den ihnen zugeordneten Signaturen auf dieser Seite aufgeführt.

Neben Titel und Veröffentlichungsangabe sind den jeweiligen Rollen auch kurze Inhaltsbeschreibungen beigefügt. Diese wurden teilweise in gekürzter und abgewandelter Form den Einträgen der zwei Kataloge von Eva Kraft (s. u. Literaturhinweise) entnommen.

Detaillierte bibliographische Informationen zu den einzelnen Objekten finden sich in den Titelaufnahmen im OPAC. Diese sind ebenso verlinkt wie der Zugang zu den einzelnen Werken in den Digitalisierten Sammlungen der SBB. Der Download einzelner Bilder/Seiten oder auch ganzer Werke und der dazugehörigen Metadaten in diversen Formaten ist dort über die Funktionen des „Werkzeugkastens“ möglich.

Jede Rolle kann durch Klicken des Vorschaubilds oder des roten Buttons im Viewer aufgerufen werden. Unter Umständen dauert es einen kurzen Augenblick, bis sich die Rolle vollständig „aufgebaut“ hat. Für Werke, die aus mehreren Rollen bestehen, wurde für jede Rolle ein separater Zugang angelegt. Im Viewer ist immer nur eine Rolle zu sehen.

Bei Fragen und Hinweisen zum Portal oder den Querrollen schreiben Sie uns bitte an x-asia[at]sbb.spk-berlin.de.

Frühe Zugänge

月王・乙姫物語 (仮題)

Tsukiō Otohime monogatari (Ersatztitel)

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Enpō-Zeit 延宝年間 (1673-1681)

Legende um den Mondprinzen und die Tochter des Drachenkönigs (Meereskönigs). Text in Kalligraphie mit eingeschobenen Bildern.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB



えんの行者

En no Gyōja

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Kanbun-Zeit 寛文年間 (1661-1673)

Die Rollen beschreiben Episoden aus dem Leben des En no Gyōja, legendärer Begründer der asketischen Shugendō-Sekte des japanischen Buddhismus.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


元興寺縁起

Gangōji engi

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Kanbun-Zeit 寛文年間 (1661-1673)

Legende aus der Zeit der Einführung des Buddhismus in Japan und der Gründung des Asuka- oder Gangōji-Tempels. Dieser wird erst von weltlichen Kräften zerstört und nach dem Wiederaufbau von einem im gleichen Gebiet wohnenden Teufel heimgesucht.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


蓬莱物語

Hōrai monogatari

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Kanbun-Zeit 寛文年間 (1661-1673)

Japanische Abwandlung der chinesischen Legende von der Insel der Genien, wo die Droge ewiger Jugend aufbewahrt wird.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


落くぼ

Ochikubo

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Kanbun-Zeit 寛文年間 (1661-1673)

Muromachi monogatari in Form eines Nara-emaki. Der Text gehört zur älteren Überlieferung mit dem ‚Rokkakudō Kannon engi‘ als Ansatz für die Ereignisse um das Wunschkind Ochikubo.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


南殿障子模圖・賢聖之圖

Nanden shōji mozu – kensei no zu

ohne Ort und Datierung, zweite Hälfte der Edo-Zeit 江戸後期, vor 1865

Aufwendig gestaltete Wiedergabe einer Palast-Fusuma in Kyōto. Fünf Abschnitte, deren zwei erste und zwei letzte chinesische Weise und Genien in Farbe zeigen mit darübergesetzten chinesischen Erklärungen, fünf bis sieben Zeichen je Zeile. Der mittlere Abschnitt zeigt zwei Löwen und eine Schildkröte.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


釈奠之圖

Sekiten no zu

ohne Ort, Kyōhō 享保 14 (1729)

Erklärung und farbige Darstellung der Zeremonien anläßlich des Konfuziusfestes am Hof in Kyōto nach dem ‚Engi taizen shiki Sekitensai‘. Gebrauchsabschrift ohne künstlerischen Akzent.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


みかげの御祭

Mikage no omatsuri

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Enpō- oder Genroku-Zeit 延宝元禄年間 (1673-1704)

Prozession beim Fest des unteren Kamo-Schreins in Kyōto am 12. Mai oder nach dem Mondkalender am Tag des Pferdes in der Mitte des vierten Monats. Sie gilt der Einholung der Titular-Gottheit zum Fest. Die Menschen tragen Kleidung der Heian-Zeit, bzw. des 12. Jahrhunderts.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


誉田八幡縁起

Konda Hachiman engi

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich zweite Hälfte der Edo-Zeit 江戸後期 (1750-1867)

Bilddarstellungen zur Entstehung des Hachiman-Schreines. Unsere Abschrift ist eine ordentliche, wenn auch zum Teil verkürzte Nachzeichnung eines Emaki des Shōgun Ashikaga Yoshinori. Nur die Figuren sind voll ausgemalt. Am Ende der zweiten Rolle wird die Legende der Vorlage wiedergegeben, inkl. deren Datierung auf das Jahr Eikyō 永享 5 (1433).

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


蝦夷國風圖画

Ezo kokufū zue

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich zwischen 1800 und 1850, vor 1867

Einfache Darstellungen vom Brauchtum der Ainu. Das Exemplar der Bibliothek in Tenri, Japan, ebenfalls eine Abschrift und früher als das der SBB, ist datiert Kansei 寛政 10 (1798). Das Original soll sich der Stadtbibliothek von Hakodate befinden.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


紀伊国熊野海鯨之圖

Kii no kuni Kumano kaigei no zu

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Tenpō-Zeit 天保年間 (1830-1844), vor 1867

Darstellungen von Walen und Fischen, die vor der Küste der Kii-Halbinsel zu sehen waren. Das Exemplar kopiert eine Abschrift von Genbun 元文 3 (1738), deren Vorlage aus der Kyōhō-Zeit 享保年間 (1716-1736) stammt.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


四期百鳥図鑑 (仮題)

Shiki hyakuchō zukan (Ersatztitel)

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Genroku-Zeit 元禄年間 (1688-1704)

Fortlaufende Darstellung von Vögeln und Pflanzen in den vier Jahreszeiten. Rolle 1: Frühjahr und Sommer, Rolle 2: Herbst und Winter. Vögel über Blüten, Gräsern und Bäumen, Bergen und Bächen.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


漁猟図鑑 (仮題)

Gyoryō zukan (Ersatztitel)

ohne Ort, Kyōwa 享和 1 (1801)

Bilder vom Fischfang, beginnend mit der Zerlegung eines Walfisches und endend mit dem Verkauf von Fischen am Strand. Außer dem Datum keinerlei Zuschrift.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


佛説觀無量壽經

Bussetsu kanmuryōjukyō

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Genroku- oder Kyōhō-Zeit 元禄享保年間 (1688-1735)

Hauptsūtra der Jōdo-Schule. Spezialanfertigung wohl gedacht als Gegengabe des Tempels für besondere Spenden.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


Stiftung früher Drucke 1980

華厳経中一乗五教分斎義

Kegonkyō chūichijō gokyō bunzaigi

Nara, Tōdaiji, Kōan 弘安 6 (1283)

Das Kegon gokyōshō ist eine systematische Darstellung der Lehren der Kegon-Schule des Buddhismus im Vergleich zu anderen Schulrichtungen. Ein Tōdaiji-Druck, dessen Schrift mit einer gewissen Rundheit bereits typisch japanische Züge aufweist. Beispiel der frühen Drucke aus dem Haupttempel des Kegon-Buddhismus in Nara.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB



金剛頂一切如来真實攝大乘現證大教王經

Kongōchō issai nyorai shinjitsu shō daijō genshō daikyōōkyō

Kyōto, Tōji Saiin, Bun’an 文安 1 (1444)

Das Vajraśekhara-sūtra, eine der drei Hauptschriften des esoterischen Shingon-Buddhismus. Der Tōji oder Ost-Tempel in Kyoto ist der Haupttempel dieser Lehrrichtung des Buddhismus in Japan. Er entfaltete zu Beginn des 15. Jahrhunderts seine Drucktätigkeit. Der Druck hat einen klaren Schnitt, ist gut abgedruckt und auch gut erhalten.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB




Sammlung Fritz Rumpf

珍物図集 (仮題)

Chinbutsu zushū (Ersatztitel)

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich nach 1755

Darstellung verschiedener japanischer antiquarischer Objekte.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


江戸八景之画巻

Edo hakkei no emaki

ohne Ort, Tenmei 天明 4 (1784)

Szenen aus den Innenräumen der Vergnügungsviertel wechseln sich ab mit Landschaftsdarstellungen von Orten in Edo.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


越州福井祭礼図

Esshū Fukui saireizu

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich 1. Hälfte 19. Jh.

Farbige Tuschzeichnung der Prozession bei dem Volksfest ‚Oishibiki daimyōjin‘ in der Stadt Fukui.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


福富草紙

Fukutomi zōshi

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich 1. Hälfte 19. Jh.

Kopie der ersten Rolle des Fukutomi zōshi, einer Erzählung über einen Mann, der durch seine Furz-Kunst gesellschaftlichen Erfolg hat und seinen Nachbarn, der beim Versuch der Nachahmung scheitert.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


寛永行幸記

Kan’ei gyōkōki

Kyōto, Kan’ei 寛永 3 (1626)

Nachdruck von Druckstöcken einer Ausgabe, die mit beweglichen Typen für die Illustrationen in sogenannter Tanroku- (rot-grün) Handkolorierung hergestellt wurde. Dargestellt ist der Reisezug des zweiten Tokugawa Shōgun Hidetada und dessen Sohn Iemitsu zum Nijō-Palast in Kyōto, sowie Besuch der Tennō-Familie dort 1626.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


雑兵馬のおさえかた (仮題)

Zōhyō uma no osaekata (Ersatztitel)

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich 1. Hälfte 19. Jh.

Darstellung von berittenen Samurai auf Pferden verschiedener Rassen in einer Prozession, die jeweils durch zwei Begleiter geführt werden.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


徳川淑姫入輿行列の図 (仮題)

Tokugawa Yoshihime juyo gyōretsu no zu (Ersatztitel)

ohne Ort, Tenpō 天保 9 (1838)

Prozession des Brautzugs der Tochter des 11. Tokugawa Shōgun Ienari zum Haus des Tokugawa (Owari) Naritomo im Jahre Kansei 寛政 11 (1799). Kopie des Originals von Kanō Yosen’in Korenobu 狩野養川院惟信.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


雑兵物語

Zōhyō monogatari

ohne Ort, Kyōhō 享保 6 (1721)

Anweisungen für Fußsoldaten mit sechs Illustrationen in Farbtusche.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


Erwerbungen nach 2010

金銀山鋪内稼方圖

Kinginzan honai kasegikata zu

ohne Ort und Datierung, wahrscheinlich Insel Sado 佐渡 zwischen 1738 und 1800

Durchgehende Darstellung der Gold- bzw. Silbergewinnung auf der Insel Sado ausgehend vom Erzabbau im Bergwerk über die diversen Verfahren zur Zerkleinerung des Gesteins und der Verhüttung des Erzes bis zur Raffination der Metalle.

Katalogeintrag

Digitalisat in den Digitalisierten Sammlungen der SBB


Literaturhinweise

Publikationen zu Werken der historischen Japan-Sammlung der SBB-PK



  • 平山郁夫, 小林忠編著『ベルリン東洋美術館』, 東京: 講談社, 1992 (秘蔵日本美術大観, 7)
  • Kraft, Eva. Illustrierte Handschriften und Drucke aus Japan. 12.-19. Jahrhundert. Wiesbaden: Steiner, 1981
  • Kraft, Eva. Die Japansammlung der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. In: Bonner Zeitschrift für Japanologie, 3.1981, S. 111-120
  • Kraft, Eva (Hg.). Japanische Handschriften und traditionelle Drucke aus der Zeit vor 1868 im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Berlin. Staatsbibliothek und Staatliche Museen: Kunstbibliothek mit Lipperheidischer Kostümbibliothek, Museum für Ostasiatische Kunst, Museum für Völkerkunde. Wiesbaden: Steiner, 1982 (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland ; XXVII,1)
  • Kraft, Eva. The Japanese collection in the ‚Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz‘ in Berlin. In: Japan Forum, 3.1991, Nr. 2, S. 211-220
  • エヴァ・クラフト, 北村浩, 沢井耐三編者『西ベルリン本お伽草子絵巻集と研究』, 豊橋: 未刊国文資料刊行会, 1981 (未刊国文資料, 第4期第10冊)